Aufbau einer konzeptionellen Arbeit

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Konzeptionelle Arbeiten können sich grundsätzlich auch auf praktische Fragen beziehen. So könnten Sie, auf Basis der Literatur, ein Marketingkonzept für ein neues Produkt entwerfen. In vielen Fällen würden Sie dafür aber auch Mitarbeitende des betroffenen Unternehmens befragen wollen, so dass Ihre Arbeit auch einen empirischen Teil hätte.

Konzeptionelle Arbeiten können unterschiedlich ausgestaltet werden. In jedem Fall aber ist der => Literature Review / Stand der Forschung ganz zentral für die Arbeit und Sie führen keine eigene empirische Untersuchung durch.

Aufbau

Der Aufbau einer konzeptionellen Arbeit kann wie folgt aussehen:

  • Einleitung
  • Literature Review / Stand der Forschung
  • Beschreibung des Konzepts / Modells
  • Optional: Entwurf eines empirischen Designs zur Anwendung des Konzepts
  • Diskussion
  • Fazit

Der Literature Review fällt in diesem Abschlussarbeitstyp sehr ausführlich aus. Anders als in Literature Reviews für empirische Arbeiten, werden auch die Theorien / Modelle und Methoden ausführlich beleuchtet, um die Grundlagen für das eigene Konzept zu schaffen. Dabei diskutieren Sie auch die Stärken und Schwächen existierender Modelle und Methoden.

Ihr eigenes Modell oder Konzept ist meist lediglich eine Ergänzung oder Anpassung eines existierenden Modells.

Beispiel

Für das Umweltengagement von Mitarbeitenden am Arbeitsplatz (z.B. Licht beim Verlassen des Raums ausschalten, Verbesserungsvorschläge für den Umweltschutz machen) ist die „Theory of Planned Behaviour“ eine häufig angewendete Theorie. Sie besagt, dass drei Einflussfaktoren die Absicht, sich für Umweltschutz am Arbeitsplatz zu engagieren, stark beeinflussen:

  • Die Einstellung zu umweltbewusstem Verhalten am Arbeitsplatz
  • Die wahrgenommenen sozialen Normen (was denken meine Kolleg*innen zu Umweltschutz am Arbeitsplatz?)
  • Die wahrgenommene Verhaltenskontrolle (habe ich die Möglichkeit / die Ressourcen / das Wissen, um mich am Arbeitsplatz umweltfreundlich zu verhalten?)

Sie haben in der Literatur nun gelesen, dass in anderen Lebensbereichen die eigene Identität (nehme ich mich selbst als „Umweltschützer*in“ wahr?) eine große Rolle für die Verhaltensabsicht im Bereich Umweltschutz spielt, z.B. beim nachhaltigen Konsum.

In Ihrer Arbeit integrieren Sie nun die Identität als zusätzlichen Faktor in die Theory of Planned Behaviour. Dabei diskutieren Sie ausführlich, warum Identität auch am Arbeitsplatz eine Rolle als Einflussfaktor spielt und nicht nur beim nachhaltigen Konsum. Außerdem machen Sie einen begründeten Vorschlag, wie die Identität der Mitarbeitenden in das Modell der Theory of Planned Behaviour integriert werden soll: als direkter Einflussfaktor? Als Mediator? Als Moderator? Je nachdem, was Sie mit Ihrer/m Betreuer*in vereinbaren, kann ein weiterer Teil Ihrer Abschlussarbeit der Entwurf eines Fragebogens sein, mit dem Ihr angepasstes Modell getestet werden kann. Hierzu würden Sie etablierte Itembatterien / Fragen aus bereits existierenden Fragebögen in der Literatur vorstellen und daraus eine begründete Auswahl treffen. Außerdem würden Sie einen Vorschlag machen, wie der Fragebogen (An wen? Über welche Kanäle etc.) verteilt und hinterher ausgewertet werden sollte.